1970 Josefs-Schutzfest am 03. Mai

Am Sontag, dem 3. Mai, feierte die Kolpingsfamilie das Josefs-Schutzfest. Nach der hl. Messe, die um 9.30 Uhr begann, versammelten sich die Teilnehmer im Vereinshaus zu einer Feierstunde.

Der Senior Rudolf Rüther eröffnete die Feier. Im Anschluss an das gemeinsame Frühstück sprach unser Präses und bat die Kolpingsbrüder im Geiste Adolf Kolpings die Gemeinschaft zu pflegen. Der Präses ehrte danach den Kolpingsbruder Hubert Plugge, der seit 50 Jahren Mitglied der Kolpingsfamilie ist.

An diesem Tag wurden auch 7 neue Kolpingssöhne aufgenommen.

Der Sekretär der Gewerkschaft IG Metall, Hubertus Koch aus Gierskopp, erläuterte in einem Referat das ab 01. 09. 1970 geltende Berufsbildungsgesetz.

Nach dem Referat erfolgten weitere Informationen über das Bildungsprogramm, das Familienerholungswerk, die Winterarbeit 1969/70, die Arbeitskreise sowie über die geplanten Veranstaltungen.

Als alle Programmpunkte abgewickelt waren und die anschließende Diskussion beendet war, schloss unser Altsenior Willi Imöhl die Versammlung.           

Ehrung des Jubilars Hubert Plugge
Neuaufnahme durch Senior Rudolf Rüther

Historische Informationen

Die Bundestagswahlen 1969 führten in der Bundesrepublik zu einem Regierungswechsel. Der neue SPD-Bundeskanzler Willy Brandt bildete mit der FDP eine ,Kleine Koalition". Zuerst bemühte sich die neue Regierung, zu den Staaten Osteuropas gute Beziehungen herzustellen. Bisher bestanden zu den Staaten Osteuropas kaum Kontakte, eher eine Haltung der Ablehnung, Feindseligkeit und Angst. Das lag hauptsächlich daran, daß alle osteuropäischen Staaten kommunistisch waren. Außerdem wurde vom Ostblock verlangt, dass Deutschland auf seine Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie verzichten sollte. Die neue Regierung schloss nach raschen Verhandlungen 1970 zuerst mit der Sowjetunion einen Nichtangriffspakt, den ,Moskauer Vertrag". Beide Regierungen versprachen, gegen den anderen Staat keine Gewalt (Krieg) anzuwenden. Außerdem verpflichteten sie beide, alle bestehenden Grenzen als unverletzlich zu respektieren.
Einen ähnlichen Vertrag schloß die Bundesrepublik kurz darauf mit Polen ab. Bei der Unterzeichnung des Vertrags in Warschau kniete Bundeskanzler Brandt für eine Minute des Gedenkens vor dem Mahnmal der Opfer des Ghettoaufstands von 1944 nieder. Dieses Bild löste in der ganzen Welt positive Reaktionen aus.